Album Deutsch-Rap Hip-Hop — 05 Februar 2012
Vega – Vincent

Nach nun gut zwei Jahren, nachdem im Oktober 2009 sein Debütalbum “Lieber bleib ich broke” erschien, veröffentlichte der Frankfurter Rapper Vega vor zirka 2 Wochen sein neustes Werk “Vincent”. Und wie Media Control bereits vor wenigen Tagen verlauten ließ, spricht der Erfolg für ihn, denn mit seinem neuesten Erzeugnis konnte er sich eine Chartplatzierung auf Platz 5 sichern und damit den größten Wurf seiner Karriere darstellt, rein wirtschaftlich gesehen.

TEXTLICH

Thematisch ist er sich größtenteils treugeblieben, und hebt gewohnt moralische Werte wie Loyalität und Freundschaft hervor. Dennoch bleiben Songs wie “Mit dem Kopf durch die Wand” und “Vollmond”, auch durch Ihre atmosphärische Faszination, durch eine klare Ansage und Demonstration seiner Fähigkeiten an Flows, Skills und Rhymes im Gedächtnis. Zwar kann man wenn man das Album als Gesamtwerk betrachtet behaupten es wirke monoton, andererseits kann man auch eine gewisse Struktur und Treue darin sehen. Denn die einzelnen Titel scheinen alle sehr stimmig und homogen zueinander zu sein und wie aus einem Guss. Wer bereits Lieder wie “König ohne Krone” oder “Winter” mochte, wird auch hier sicher fündig werden und die leicht melancholisch und nachdenklichen Texte zu schätzen wissen, die einen fast träumerischen Flair generieren.

BEATS

Die Beats sind vorrangig ruhig und melancholisch gehalten und laden zum Träumen ein. Vorwiegend durch Klavier, Streicher und sanfte Chöre dominiert, kommt einem ein nahezu zeitloser Gesangsteppich entgegen, der dennoch nicht depressiv erscheint. Es scheint Musik zu sein, die gerade in die Zeit des bald aufbrechenden Frühlings passt, wenn der Schnee den ersten Knospen Platz macht. Produziert wurde unter anderem von Beatlefield (bestehend aus DJ Stickle und Chakuza), Johnny Pepp und Cristalbeats, der auch für die beiden eingangs erwähnten Stücke verantwortlich war.

FAZIT

Wer auf schöne, nachdenkliche Instrumentals steht und einem talentierten und sprachbegabtem Rapper gerne beim Geschichten erzählen zuhört, der sollte mal in das neuste Machwerk der Frankfurters reinhören, das auch sein persönlichstes Werk geworden ist. Wer jetzt aber denkt das es sich um weichgespülte Musik für Softies handelt, liegt falsch, denn Vega erzeugt mit seiner Stimme eine ehrliche, aber auch sehr dominante Stimmung, die zwar nachdenklich, teilweise aber auch sehr hierarchisch ist.

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Bei MusikBlog seit Januar 2012

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